Lange mussten die Arcade-Flight(sim)fans warten… sehr lange. Namco Bandai hielt uns den bisher besten NextGen Titel: Ace Combat 6 – Fires of Liberation aus unbekannten Gründen vor. Die erschienenen anderen Titel waren qualitativ im Keller angesiedelt. Nun hat uns Ubisoft endlich mit Tom Clancy’s H.A.W.X. (High Altitude Warfare – Experimental Squadron) erlöst. Eines vorneweg, HAWX ist kein wirklicher Flightsim, sondern wie Ace Combat 6 auch ein Actionspiel. Es gibt keine Starts, Landungen, der Pilot hält jeden High-G turn ohne Blackout aus, die Flugzeuge sind teils mit mehr als 200 Raketen bewaffnet und halten mehrere Raketendirekttreffer aus sowie einiges an Flak- oder Bordkanonenbeschuss. Die Flugzeugeigenschaften weichen dabei sehr stark von ihren realen Vorbildern ab, jedes Flugzeug ist sozusagen ein Jagdbomber.
“Though I fly through the Valley of Death, I shall fear no evil. For I am at 80,000-feet and climbing.”
Die Story
Wir schreiben das Jahr 2012, ihr übernehmt die Rolle von Major David A. Crenshaw, der die letzten Einsätze im HAWX Team für die USA fliegt. Der elitäre Fliegersquad wird danach aufgelöst und die Piloten werden von Artemis Global Security einem PMC (Private Military Company) angeheuert. Mit dem Reykjavik Abkommen haben 191 Staaten, darunter auch die Supermächte, ein Abkommen unterschrieben, das Privaten Konzernen den Zugang zu schweren und modernen Waffen ermöglicht und diese auch ermächtigt Konflikte gegen Bezahlung zu lösen.
Crenshaw bringt die Artemis Aktien schnell auf einen Höhenflug, indem er seine Raketen, Bomben und die Bordkanone für sie sprechen lässt. Das Geschäft läuft gut, bis sich Artemis über das Abkommen hinwegsetzt und einen Trägerverband der US Navy angreift. Dies lassen Crenshaw und seine ex HAWX Wingmen natürlich nicht einfach so zu und sie wechseln die Seiten, zu ihrer in Not geratenen Supermacht, welche sich einer riesigen Invasion seitens Artemis gegenüber sieht.
Wie ihr bereits merkt ist die Geschichte sicherlich nicht die Stärke des Tom Clancy Titels, aber es wurden schon schlechtere Filme gedreht…siehe TopGun
Die Grafik
Bei der Grafik drängt sich natürlich sofort der Vergleich zum bereits 2007 auf der Konkurrenzkonsole erschienenen Titel Ace Combat 6 auf.
Die Flugzeugmodelle sehen detailiert und schön aus, es fehlt HAWX aber deutlich sichtbar an Antialiasing (Kantenglättung). Man sieht zwar einzelne bewegte Teile bei einigen Flugzeugen, wie Seitenruder, Höhenruder oder einen schön animierten Nachbrenner, andere Details wie die Bordkanone oder das abschiessen einer Rakete, der Abwurf einer Bombe wurden leider vernachlässigt. Die Flugzeuge sehen in Ace Combat 6 doch noch einen Tick schöner und besser animiert aus. Einige weitere unschönen Details sind z. Bsp. die A-10 und das Russische Gegenstück, die Su-25 Frogfoot die beide von Turbofans ohne Nachbrenner angetrieben werden, jedoch im Spiel mit 1500 – 1700 km/h weit mehr als die Schallgrenze erreichen. Der Überschalleffekt selbst ist in HAWX sehr schön dargestellt, wie auch die Kondensstreifen an den Flügelenden bei div. Flugmanövern.
Die GeoEye Maps sehen sehr schön und aus, die bekannten Landschaften wirken auch sehr autentisch und man hat wirklich das Gefühl den Carneval zu stören wenn man mit Mach 2 knapp über die Dächer Rio’s donnert und die Bordkanone einen Gegner in einen Feuerball verwandelt. Hier punktet Hawx gegenüber Ace Combat 6 mit den naturgetreuen Karten bekannten Orten wie Rio, Tokiyo, Washington DC oder Los Angeles by night. Nur allzu nahe am Boden erscheint dann die Grafik doch pixelig, vor allem die Bäume, durch die man sogar durchfliegen kann.
Das Gameplay
HAWX ist sehr einsteigerfreundlich, in den ersten Missionen gibt es praktisch keine ernstzunehmenden Gegner und man wird von Mission zu Mission auf die verschiedenen Waffentypen eingestellt.
Der “Assistance Off” mode, der uns erlaubt extreme Flugmanöver oder sogar einen Strömungsabriss zu erzeugen, wird erst später in einer eigenen Trainingsmission freigeschaltet.
Man wird im Spiel nie wirklich überfordert und der Schwierigkeitsgrad “normal” sollte eigentlich auf “leicht” umbenannt werden, des Weiteren empfehle ich die Kampagne von Beginn an auf “schwer” zu spielen, denn auch so wird man relativ schnell die insgesamt 18 Missionen durchspielen.
Mit dem ERS (Enhanced Reality system) und im Gegenzug dem “Assistance Off” mode hat Ubisoft 2 sehr gute Ideen in das Spielkonzept eingebaut die das Spielerlebnis positiv beeinflussen.
Schade ist nur, dass man beim “Assistance off” mode in die Aussenansicht gezwungen wird und nicht wahlweise auch aus dem Cockpit heraus die extremen Flugmanöverdurchführen kann. So lassen sich zwar einfach heranpreschenden Raketen abschütteln, es wird aber andererseits schwieriger/gewöhnungsbedürftig ein gegnerisches Flugzeug mit der Bordkanone ins Visier zu bekommen.
Das ERS funktioniert folgendermassen: Beim Einschalten wird ein Tunnel eingeblendet, der einem den optimalen Weg zum anvisierten Gegner/Ziel zeigt oder hilft korrekt einer unmittelbaren Bedrohung (SAM oder Luft-Luft Rakete) auszuweichen. Die ganzen Hilfen sehen zwar anfangs sehr schön aus, wirken aber mit der Zeit übertrieben, wenn beispielsweise auch noch das aktive Gefahrenfeld einer SAM Stellung als roter oder gelber Pilz dargestellt wird.
Ich habe jetzt sehr viele negative Punkte aufgezählt, es hat aber durchaus auch viele positive Punkte.
So steuern sich die Jets sehr schön und man wird dazu verleitet sehr waghalsig zu fliegen. Ein weiterer positiver Punkt sind die Gegner… es gibt keine Fliegenden Stealthsuperfestungen mit 100 Abwehrstellungen die man besiegen muss und auch keine Gegner die unsichtbar sind.
Die ganze Kampagne kann mit bis zu 4 Spielern mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden durchgespielt werden, was sehr viel Spass macht.
Neue Flugzeuge und Bewaffnungen werden über Punkte, die man für die Missionen, Abschüsse oder abgeschlossene Challenges erhält = Rangaufstieg, freigeschaltet (Ränge 1 – 40 oder mit anderen Worten bis General of the Airforce).
Fazit und Bewertung
HAWX fasziniert mich und enttäuscht zu gleich. Ich hätte mir grafisch mehr erwartet, nachdem ich vor fast 2 Jahren Ace combat 6 gesehen habe, dass grafisch sogar ein wenig besser aussieht als HAWX.
Was mir bei dem Titel wirklich fehlt sind Starts und Landungen, hier hätte man z. Bsp. auf die 200 Raketen und endlos Bordkanone verzichten können, dafür ne neutrale Zone zum Auftanken/Aufmunitionieren auf nem Flugzeugträger oder Flugplatz schaffen können.
Man hat aus einigen Fehlern der Konkurrenz gelernt, aber einiges wurde evtl. im Zeitdruck zu lieblos und umgesetzt – Siehe Realismus und grafische Details. Ich empfehle den Titel trotzdem allen Flieger Fans, da es bis jetzt nichts Vergleichbares für die PS3 gibt und das Spiel vor allem Koop mit Freunden sehr viel Spass macht.
Grafik: 7
Gameplay: 8
Story: 6
Koop: 9
Multiplayer: – (Nicht getestet)
McLogo
Leitung Redaktion und Forum Moderator. Sieht meistens nur das Positive und fühlt sich als "Ritter des Blauen Lasers" dazu verpflichtet, Gun Turrets vor dein Haus zu bauen.
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Super Review! Jetzt weiss ich auch das ich das Game nich unbedingt kaufen muss aber gerne bei einem Occasion zugreifen werde!