Irgendwann hat jeder Spass bzw. Spiel mal seine Grenzen. Spätestens dann, wenn aus Virtualität tödliche Realität wird. So sehen es gegenwärtig die Kritiker von Einsätzen mit bewaffneten Drohnen (Predator) im Afghanistan-Konflikt.
Die CIA und das amerikanische Militär schalten mit diesen unbemannten Drohnen gezielt vermeintliche Terroristen im Hinterland aus. Das kritische Dabei ist, dass das Töten für die Piloten wie zu einem Computergame geworden ist. Irgendwo in Amerika sitzt man mit einem leckeren Becher Starbucks vor dem Monitor und steuert das Kriegsgerät per Joypad über die Berglandschaft von Afghanistan. Per Infrarot werden die “Ziele” aufgespürt. Einen Klick später geht eine tödliche Salve ein paar tausend Kilometer nieder. Nicht selten werden durch diese “effizienten” Angriffe unschuldige Zivilisten getötet.
Ein Insider meint sogar:
Because operators are based thousands of miles away from the battlefield, and undertake operations entirely through computer screens and remote audio-feed, there is a risk of developing a ‘Playstation’ mentality to killing.
Einer der besten Drohnenpiloten, notabene 19 Jahre jung, sagt sogar, dass er insbsondere dank dem vielen Xbox zocken so gut im Steuern der Drohnen sei.
Wo führt das hin? In ein paar Jahren führen picklige Teenager am Computer reale Kriege aus und treffen sich nach genügend Kills zum wohlverdienten Iceshake?
Barandum
Hatte gemeinsam mit Tom die Idee zu der grossen Community. Ist verantwortlich für die ganzen Kontakte zu den Publishern, Werbung & Sponsoring… und natürlich auch ein begeisterter Gamer!
Das Thema von Krieg von Zuhause aus ist eine logische Entwicklung… Logistikfirmen können Ihre teure Fracht von überall aus Blockieren, über PC`s kann man auf der ganzen Welt auf andere Systeme zugreifen. Warum also Soldaten in der Luft einem Risiko aussetzen wenn das bequem von der Kaserne aus geht… Habe dazu einen Interessanten Bericht gelesen über einen Familienvater (Drohnenpilot USA) der auf der Kaserne Schicht-Arbeitet und eigentlich den ganzen Tag nichts anderes macht als Einsatzbesprechung, Drohenübergabe und aufspühren von “Terroristen”. Das krasse war das der vor dem Mittagessen eine Terrorzelle ausgelöscht hatte und 5 Min. Später mit der Familie am Tisch gesessen hat. Denke die Realität ist über einen Bildschirm besser zu ertragen (siehe Nachrichten) als Live…
Nun es ist schon bedenktlich, aber wenn wo anders wieder eine Autobombe hoch geht die duzende Zivilisten dezimiert, habe ich da wenig Mitleid!
Ist es ein Unterschied ob da bewaffnete Soldaten wie Rambo rumballern oder es “bequem” von der Komandozentrale aus über eine Drohne machen? Krieg ist Krieg, egal wie er geführt wird, einen sauberen, einfachen oder “richtigen” Krieg gibt es nicht!
Und ob die Bubis nun 19 sind oder nicht, manche Soldaten sind auch nicht älter wenn sie im Irak oder Afganistan zerfetzt werden. Das schon vor 15 Jahren virtuelle Realitäten benutzt wurden, die den Soldaten auf den Krieg vorbereiten sollten und welche wie ein riesiges Computerspiel aussahen, ist ja auch bekannt.
Sicher nimmt es dem Soldaten die Angst, sicher ist es leichter! Bedenken ob das moralempfinden dadurch abnimmt habe ich schon, was ist wenn mal einer auf “Highscorejagd” geht? Die Möglichkeit harmlose Bewohner auszurotten steigt auch, denn wenn man vor Ort ist, kann man das besser einschätzen als mit reinen Daten auf dem Bildschirm.
Tja “thats the new Way of War” wie es so schön heißt……
Da sollte man sich den Film “Gamer” mal anschauen, nicht nur tolle Action sondern dort werden ja auch reale Menschen von Teenies gezockt und der “Gamer” meint noch “wenn mal einer stirbt, ist ja sowieso ein Spiel”.