Move ist die Zukunft. So verspricht es uns Sony in ihrer aufwändigen Werbekampagne zu der neuen bewegungssensitiven Steuerung. Gleiches hört man auch aus der Marktschreierei von Microsoft und Nintendo, die mit eigenen Steuerungskonzepten um Käufer buhlen. Doch brauchen wir wirklich Move?
Übersicht
Insbesondere Core-Spieler und Fans von Shootern und RPGs werden sich dies in den letzten Tagen gefragt haben. In den Videos funktioniert immer alles reibungslos, Pressedemos sehen beeindruckend aus und zuhause – so lehrt es uns die Erfahrung – wird aus Spass schnell Frust. Überraschend wird euch unser Fazit treffen: ja, ich braucht Move und ja, es wird nachhaltig eure Spielerfahrung prägen! Warum? Lest und schaut euch unsere ausführliche Review zu der Hardware (R)Evolution an!
Hardware – Präzision, höchste Qualität und idiotensicheres Setup
Die bewegungsgesteuerten Geräte haben uns in der Vergangenheit eher ein müdes Lächeln entlockt. Da war die Angelrute der Dreamcast noch das aufregendste, das uns an “innovativen” Steuerungskonzepten begegnete. Wii ist vielleicht für einen Fünfjährigen durchaus innovativ, aber das war Pacman damals auch. Somit hielt sich die Begeisterung über das Eintreffen des Move-Testkits relativ in Grenzen. Wir haben ehrlich gesagt ein halbherziges und billiges Plastikteil erwartet. In den Händen hielten wir jedoch ein extrem hochwertiges und sehr ergonomisches Präzisionsgerät. Wow! Hier liefert Sony ein Gerät aus, das den Entwicklungsstand des erprobten Dualshock-Controllers hat. Der Move-Controller, mit seiner auffälligen Weichplastikkugel (ebenfalls sehr hochwertig!), liegt dabei nicht nur sehr angenehm in der Hand sondern ist auch überraschend leicht.
Der neue Controller bringt neben den Standardtasten, wie Start, Select, Playstation-Button, Kreis & Co., auch eine neue Move-Taste mit, die mittig auf der Oberseite bequem mit dem Daumen zu erreichen ist. Mit dem Zeigefinger betätigt ihr den analogen Trigger, wie ihr diesen auch von der R2/L2 Taste des Dualshocks her kennt. Ebenfalls im Starterpark ist neben der Spieldisk “Sport Champions” auch die PS3 USB Kamera. Letztere hatte ja seit Einführung eher ein trauriges Dasein gefristet und dürfte bei vielen von euch schon kräftig Staub angesetzt haben. Doch wofür braucht ihr jetzt die Kamera und wie funktioniert Move eigentlich? Die Technik hinter Move ist überraschend simpel. Die PS3 Kamera, die am besten unter- oder überhalb des Bildschirm aufgestellt wird, scannt als erstes das Bild. Dabei analysiert sie einerseits die Helligkeit im Raum und das Farbspektrum. Letzteres ist besonders wichtig: habt ihr zum Beispiel viel Rot im Bild (z.B. Rote Wand) so wir die Gummikugel Blau leuchten. Die Move Kugel beherrscht dabei ein sehr grosses Farbspektrum und schaltet auch um wenn z.B ein zweiter Move Controller im Einsatz ist oder ihr unterschiedliche Funktionen ausführt. Die Kamera kann so die farbige Kugel, die eine starke Leuchtkraft hat (LED Licht), besser im Raum ausmachen. Die PS3 erhält zusätzlich zur Position der Kugel auch noch weitere Bewegungsinformationen. So hat der neue Controller einen Beschleunigungsmesser sowie einen Lagesensor. Dieses ganze Technikgedüns hat eine massgebliche Wirkung: enorme Präzision bei hohem Komfort und Haptik (sogar mit Vibra!). Da können Kinect und Wii einpacken. Auch der Akku macht das Gefuchtel lange mit und ist durchaus mit der Laufzeit des Dualschocks vergleichbar.
Zusätzlich lässt sich das Move Starterpack neben einem zweiten Move Controller auch (gegen einen kleinen Unkostenbeitrag) um einen “Nunchuk” ähnlichen Bewegungscontroller ergänzen. Dieser ist insbesondere bei Shootern nötig für die Bewegungssteuerung. Dieser Controller ist aber nicht zwingend nötig. Die gleiche Aufgabe meistert ein normaler Dualshock und dessen linker Analogstick genau so gut, liegt allerdings auch nicht ganz so elegant in der Hand wie der zusätzliche Bewegungscontroller. Wer ausschliesslich Shooter Games spielt, sollte sich diesen Spass leisten.
Non Core Gaming – Fresbee, Bogenschiessen & Co.
Move zeigt seine volle Stärke in den sogn. Casual Games. Das sind also Games, die primär auf das Move-Steuerungskonzept ausgelegt werden. Typisch sind das Sportspiele. In der Packung liegt somit – wen wunderts – auch ein Sportspiel. Mit „Sport Champions“ liefert Sony ein sehr ausgereiftes Spiel mit, das weit mehr als nur eine reine Techdemo ist. In Sport Champions warten auf euch gleich mehrere Spiele. Neben Beachvolleyball, Pingpong und Botcha gibt es auch noch ausgefallene Sachen wie Fresbee-Golf, Schwertkampf und Bogenschiessen. Bevor ihr jedoch ein Move Game startet, folgt eine kurze Kalibrierung. Dabei sehr ihr euch selber auf dem Bildschirm und müsst euch innerhalb den abgebildeten Positionslinien aufstellen und die drei Bewegungen, die euch vorgezeigt werden, nachahmen. Thats it. Etwas umständlich, dafür geht es sehr schnell und dient letztendlich der perfekten Bewegungssteuerung.
Wir haben alle Disziplinen ausführlich angespielt. Alle sind dabei im Multiplayer spielbar. Einige der Games, so zum Beispiel Schwertkampf und Bogenschiessen unterstützen sogar zwei Move-Controller gleichzeitig. So simuliert im Schwertkampf der linke Move-Controller das Schild, welches ihr in der linken Hand hält, und mit dem rechten Stick das Schwert. Super geil! Selten hat uns ein Casual Game soviel Spass gemacht. Obwohl alle Disziplinen viel Spass machen, insbesondere das Golf-Fresbee, überzeugte uns Pingpong am meisten, wenn es um die Präzision geht. Die Steuerung ist so präzise, dass kleinste Bewegungen ohne Zeitverzögerung in Echtzeit umgesetzt werden. Das System ist sogar so clever und stellt sogar den horizontalen Winkel des Pingpong-Schlägers richtig dar. So könnt ihr ihr Volleys sehr präzise spielen. Wo wir insbesondere überrascht waren, ist die sehr genaue Beschleunigungssimulation. Smashen im Pingpong oder den Fresbee auf weite Distanz werfen, heisst auch richtig aushohlen mit dem Controller. Dabei sind die Nuancen fliessend und das System unterscheidet nicht nur zwischen „schnell/harte“ Bewegung und „langsam“. Geilomat!
Neben dem Sportspiel gibt es auch noch ein „Party“ Launch-Titel. Diesem – so ehrlich müssen wir sein – haben wir uns nicht gross gewidmet. Das Spiel orientiert sich eher an der Wii-Käuferpopulation und läst den Spieler malen, zaubern und Monster verkloppen. Das Spiel erinnert ein wenig an den Launch-Titel der Eye-Toy Cam der PS2… ergo, ihr verpasst nicht viel. Für alle Familienväter, die ein gutes Argument brauchen sich Move zuzulegen… zugreifen (und parallel noch Socom 4 kaufen
).

Core Gaming – die neue Shootersteuerung
In unserer Testbox war leider kein Democode zu Socom 4 dabei, so dass wir diesen Titel sowie andere Shooterhighlights wie Killzone 3 und Resident Evil Gold Edition (mit Move) ausführlich an der Gamescom angespielt haben. Kurz gesagt: abartig geil! Sony schlägt bereits zum Launch alle Kritiker in die Flucht. Move ist die perfekte Alternative im Core Gaming Bereich. Headshots konnten sehr präzise ausgeführt werden und sogar der Entwickler von Socom gab hinter vorgehaltener Hand zu, dass man mit Move einen Präzisionsvorteil gegenüber dem Dualshock hat.

Dabei haben die Macher von Socom sowie auch Killzone 3 einen grossen Fehler nicht gemacht: wildes Gefuchtel. In keinem der beiden Games wirken die Bewegungen übertrieben oder ermüdend. So werft ihr Handgranaten nicht mit einer übertriebenen Wurfbewegung ins Schlachtfeld, sondern wählt über die Buttons die Handgranate aus und zeigt mit dem Move-Controller wohin die Handgranate geschleudert werden soll (checked den Video, da seht ihr das anhand von Socom sehr gut). In Killzone nehmt ihr eine am Boden liegende Waffe mit einer kurzen Ziehbewegung auf und ladet die Waffe durch eine leichte links Drehung nach. Nach 5 Minuten Einspielzeit geht die Steuerung wie Butter von der Hand. Auch die parallele Steuerung des Bewegungscontrollers mit der linken Hand ist genial. Alle Funktionen, wie Nachladen, Waffe wechseln, niederknien, etc wirken mit Move zudem subjektiv etwas schneller ausgeführt als mit dem Dualshock. Der grösste Bonus hat die neue Steuerung in der Spielerfahrung. Das Gameplay wirkt frischer und dynamischer. Dieser Faktor war krass bei Resident Evil zu spüren. Genau so wollten wir dieses Game schon immer spielen… in die Tonne mit der alten hackeligen Steuerung! Auch Spiele wie Heavy Rain bekommen durch diesen neuen Controller richtig Aufwind und machen um einiges mehr Spass als mit dem „Knochen“. Wir haben uns an der Gamescom mit dem Move-Controller auch an Ruse, dem Echtzeitstrategiespiel von Ubsisoft, herangewagt. Das Spiel steuerte sich dabei äussert genau und intuitiv und ist gegenüber der Dualshocksteuerung klar im Vorteil. Obwohl man sich etwas wie Tom Cruise in Minority Report fühlt, wenn man seine Einheiten über die stufenlosen zoombaren Karten steuert, kommt bei dem Game nicht wirklich Freude auf. Dies liegt allerdings eher am Game als an Move. Wir als (Hard) Core-Gamer können somit wirklich unser „approved for real gaming“ Stempel auf diese neue Hardware abgeben. Move macht alles richtig um die intensive Spielerfahrung von RPGs, RTS und Shootern nachhaltig weiter zu prägen und büsst dabei nicht im geringsten an Präzision ein! Move wird somit den Dualshock nicht ersetzen aber gewisse Spiele, wie beispielsweise Shooter, profitieren von der neuen Steuerung ungemein.
Value for Money
Zu deutsch Preis/Leistungsverhältnis ist bei Move sicherlich eine gute Frage… nun auch hier schneidet Move mit guten Noten ab. Ein Move Controller kostet 59.90Fr., im Set mit der Playstation Eye Kamera (falls ihr noch keine besitzt) 89.90Fr. Der optionale Navigation Controller ist für ca. 39.90Fr. zu haben. Nun kann man sich sagen 2 Move Controller, ein Navigation Controller und die PS Eye sind zwar in der billigsten Kombination für 189.70Fr. zu haben, dies ist relativ viel Geld. Vergleicht man aber mit der Konkurrenz (Kinect ca. 200Fr. und ein einzelner Nintendo Wii Motion Plus Controller kostet schon 90Fr.), merkt man schnell, dass die Move Variante die grösste Präzision, die meisten Möglichkeiten und dazu einen fairen Preis hat.
Fazit
Eigentlich können wir uns hier sehr kurz fassen. Move ist geil. Punkt. Casual Gamer werden ihre Wii-Kiste in den Spermüll werfen und Kinect-Käufer werden neidisch in euer Wohnzimmer spähen, wenn ihr wie ein SWAT-Kommando mit dem Move-Controller durch die virtuellen Welten zieht. Move ist kein nettes Accessoir sondern bringt gemeinsam mit 3D (dazu bald mehr in unserer grossen 3D-Review) das Playstationspielgefühl von PS3 hinzu PS3.5. Und das Beste: den ganzen Spass gibt es bereits ab CHF 58.-! This is Future Baby!
McLogo
Leitung Redaktion und Forum Moderator. Sieht meistens nur das Positive und fühlt sich als "Ritter des Blauen Lasers" dazu verpflichtet, Gun Turrets vor dein Haus zu bauen.
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Gutes review was allerdings nicht ganz stimmt sport champions liegt dem starterset nicht bei. im starter set ist nur eine demo blu ray mit einigen demo spielen unteranderem der demo von sport champions heavy rain kongfu fighters usw.
hab ihr also schon eine ps eye camera reicht es wenn ihr euch den controller für 40 € statt dem starterset für 60 € holt, die demoss gibts auch im psn store und für 20 € wird man die zweite eye camera bei ebay derzeit nicht los.
Also ich finde Move Super,wir haben das ganze Weekend Move gespielt,jetzt fehlen nur noch gute spannende Games,Lade mir mal heute den Havy Rain Patch.
Heavy Rain und Move ist geniql. You will like it!
Und mit Socom 4 und Killzone 3 warten ein paar ganz grosse Move Knaller!